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Ein Samstagmorgen ist als Termin für sie sehr anstrengend, wenn man in Betracht nimmt, was sie jeden Freitag durchlebt. Sie sei trotz einer Erkältung gekommen, sagte eine Frau, die sie hinterher auch wieder besorgt fortführte. Judith von Halles Stimme war rein und klar und ich konnte jedes ihrer Worte gut verstehen. Ihre Gesten und Schritte waren wieder wie früher. Ihr Humor war auch anwesend, als sie das lange Hin und Her mit dem Verteilen der Hörgeräte mit einfachen Worten zur Ruhe brachte, dass wenn man sie mit diesen Worten verstehen könne, man auch den Vortrag ohne Hörgerät hören könne, wenn nicht genügend zum Verteilen da seien. Sie stand während dieser Zeit ruhig und gefasst vorne und liess den Blick über die Zuhörer schweifen.

Ihre so bekannt Art, vorsichtig mit den Fingerspitzen - in einer Art eurythmischen Quartgeste das Rednerpult nur zu berühren, lassen einen verstehen, dass die Wunden immer schmerzen. Diese werden von einem hautfarbenen Gewebe, dass sie wie einen Teilhandschuh um die Handmitte trägt, an dem die Finger und der Daumen frei sind, so bedeckt, dass doch etwas Luft an die Stellen kommen kann.

Zu einem weiten Rock trug sie einen speziellen langen schwarzen Pullover mit weit angesetzten Ärmeln, der in der Mitte auf der Brust gerafft war, wodurch Faltenwürfe entstanden, die an ein Kreuz erinnerten. Ihre Haut war besonders bleich durch den Kontrast zum Schwarz. Ihr Gang ist leicht aber bestimmt. Während sie bei ihrem Vortrag steht, hat man einen sehr „leichten“ Eindruck von ihr, als ob keine Schwere in ihr sei.

Nach dem Vortrag wechselte sie einige Worte mit guten Freunden, die vorne sassen – auch ich durfte sie kurz grüssen, dann wurde sie besorgt fortgeführt, obwohl sie gerne noch mehr Liebesworte gewechselt hätte. Ihre Lippen waren blass geworden von der Anstrengung.

An jedem Sonntagmorgen dürfen wir sie in grösstem Glücke wissen, dass alles Mitleiden um ein Vielfaches ausgleicht, wie sie ein anderes mal in einem Vortrag sagte. Die Auferstehung zu erleben gehört zu dem grössten Wunder, wie sie immer sagt – und sie lebt ganz aus diesem.

Sie wird vorläufig nur in Berlin und Dornach Vorträge halten, da ihr Arzt ihr das Reisen untersagt, als zu anstrengend. Diese Orte wählt sie aus karmischen Gründen.

Ihr nächster Vortrag wird am Johannitag, Dienstag den 24. Juni 2008 um 20.00 Uhr im Festsaal der Rudolf Steiner Schule Berlin, Clayallee 118 stattfinden.“ Im Rahmen der Veranstaltungen der „Freien Vereinigung für Anthroposophie MORGENSTERN“ wird sie „Von der Johannes-Individualität“ berichten.

Ganz bewusst schildere ich dieses mal nur die äusseren Umstände und nicht den Inhalt ihres sehr bewegenden Vortrages über das Gralsblut, da ihre Bücher noch zu bekommen sind, und man dort nachlesen kann - einen Augenzeugenbericht vielleicht aber gerade Deine Leser in der weiten Welt seltener bekommen.

Bemerken möchte ich auch noch, dass anscheinend – wie mir berichtet wurde von einer Freundin, ein Machtstreit zwischen dem Herausgeber ihrer Bücher, Joseph Morell und dem Vorstand am Goetheanum Einwirkungen hat, dass ihre Bücher nun nicht wie geplant dort weiterhin im „Verlag am Goetheanum“ herauskommen können. Wir können nur hoffen, dass entweder der Druck auf den Vorstand gross genug wird, dass dieser Herrn Morell wieder freie Hand lassen in der Auswahl der zu veröffentlichen Schriften, oder dass sich ein neuer Verlag bereit stellt, ihre Bücher durch ihren Verleger zu veröffentlichen. Ein jedes Wort in ihren Schriften und in ihren Vorträgen ist ausgewählt und prägnant. Für mich erweisen sich die Bücher als immer neue Quelle der Vertiefung der Geschehen um Jesus Christus und seinem Auftrag für die Erlösung der Menschen.

Herzliche Grüsse von Gudrun D. Gundersen

Nesodden, 5.6.2008-